So hat Gott mich ins Leben gestellt, ich kenne mich nicht anders. Bestimmt wäre ander salles einfacher, aber ich bin trotz all meiner Handicaps ein fröhlicher Mensch und man sagt mir nach, dass niemand so lachen kann wie ich.

Ich habe Träume wie andere Jugendliche auch, beispielsweise möchte ich den Führerschein machen. Das Problem dabei ist nur, dass ‒ egal was ich brauche ‒ die Kosten immer gleich auf ein Vielfaches explodieren, weil ich nicht der Norm entspreche. Manchmal kaufen wir so ein: „Passt perfekt, wenn wir rundherum alles abschneiden.“ Aber oft brauche ich teure Maßanfertigungen, das ist sehr frustrierend. Der Umbau eines eigenen Autos würde gar 50.000€ kosten! So gesehen würde mir ein Lottogewinn das Leben enorm erleichtern.

 

Leicht hatte ich es nie...

Die Schule war immer wieder geprägt von Unverständnis und damit oft ein totaler Kampf für mich. Ich erinnere mich noch an das Gefühl, als ich im Gymnasium von einem Jungen mit „sch… Behinderte“ begrüßt wurde. Die vierte Klasse in einer Schule für Gehörbehinderte war herrlich, ich bin liebevoll aufgenommen worden und fühlte mich – trotz MPS – sehr wohl. Darauf folgten wieder drei schreckliche Jahre in einer HAK, wo mich meine Mitschüler völlig ignorierten. Das war schlimm und schwer zu ertragen.

 

Operationen an der Tagesordnung

Im letzten Halbjahr ging ich nur mehr Selten zur Schule, denn aufgrund von zwei gekippten Halswirbeln stand ich plötzlich kurz vor einer totalen Querschnittlähmung. Und wieder einmal musste ich mich operieren lassen. Meine siebte OP! Diesmal eine transorale Halswirbelsäulen-OP. Das Risiko war hoch, aber ich konnte nur gewinnen, auch wenn ich sterben würde. Doch alles ging gut. Nach über drei Wochen Intensivstation war ich über den Berg und im Herbst ging ich wieder in die Schule. Und siehe da, es ging auch anders! In der HAS fand ich sofort Freunde, auch meine beste Freundin Bea.

 

Nach vorne blicken...

Vor zwei Jahren schloss ich die Schule mit Auszeichnung ab und würde nun gern arbeiten gehen, aber im Moment hat meine Therapie in London absoluten Vorrang. Diese große Chance kam 15 Jahre nach meiner Diagnose! Der Aufwand von drei Tagen wöchentlich ist zwar enorm, aber dank meiner tollen Familie ist immer alles irgendwie möglich. Darüber bin ich sehr froh und dankbar.