Wie unterscheidet sich Morbus Hodgkin von anderen Lymphomerkrankungen?
Prinzipiell können Lymphknotenschwellungen gutartig, also reaktiv im Rahmen von Entzündungen oder bösartig, wie beim Morbus Hodgkin sein. Eine typische gutartige Lymphknotenerkrankung ist der Morbus Pfeiffer, auch bekannt als Pfeiffersches Drüsenfieber. Während dieses eine meist harmlose Viruserkrankung ist, handelt es sich beim Morbus Hodgkin um eine bösartige Tumorerkrankung, die eine dementsprechende Therapie nach sich zieht. Er tritt weitaus seltener auf und ist weniger bekannt als der Morbus Pfeiffer.

Welche Symptome sind bemerkbar?
Typisch ist, dass Betroffene unter Lymphknotenschwellungen leiden, diese aber nicht schmerzhaft sind. Zur charakteristischen B-Symptomatik zählen stark schwankendes Fieber, das einmal am Tag sehr hoch ist und dann wieder sinkt, ebenso nächtliche Schweißausbrüche und Gewichtsverlust. Auch der Juckreiz kann als typisches Symptom auftreten. Dessen Ursache ist dabei nicht auszumachen, da er nicht mit einem Hautausschlag einhergeht.

Wie erfolgt die Diagnose Morbus Hodgkin?
Die Krankheit zeigt normalerweise keine typischen Veränderungen im Blut. Die Diagnose wird oft zufällig beim Routineröntgen der Lunge gestellt, wo sich die vergrößerten Lymphknoten im Bereich der Bronchien und großen Lungengefäße zeigen. Zur Diagnosestellung ist aber immer eine Gewebeentnahme nötig, etwa durch die chirurgische Entnahme eines vergrößerten Lymphknotens. Befindet sich dieser am Hals, in der Achsel oder in der Leiste, dann ist das ein kleiner, unkomplizierter Eingriff. Wenn sich die Lymphknoten nur innerhalb des Brust-oder Bauchraums befinden, ist eine gezielte Biopsie notwendig. Die Diagnose wird danach mittels mikroskopischer Begutachtung durch den Pathologen gestellt.

Gibt es bestimmte Krankheitsauslöser?
Derzeit wird sehr intensiv nach möglichen Auslösern geforscht, aber man kennt noch keine eindeutigen Ursachen für die Erkrankung an Morbus Hodgkin. Man weiß, dass unter Umständen Virusinfekte ein Auslöser sein können, wie zum Beispiel auch beim Morbus Pfeiffer das EBV-Virus. Weniger medizinische, aber auch in den Lehrbüchern beschriebene Zusammenhänge bestehen in einer, überbehüteten Umgebung. Häufig sind Menschen mit hohem sozioökonomischen Index betroffen, die sehr ängstlich aufwachsen bzw. leben.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Der Morbus Hodgkin hat unter allen bösartigen Lymphknotentumoren die höchste Chance auf Heilung und ist prinzipiell in jedem Stadium heilbar. Behandelt wird primär mit Chemo- bzw. Strahlentherapie, die in den meisten Fällen kombiniert angewandt werden. Dazu gibt es moderne medikamentöse Antikörper-Therapieformen, die vor allem bei einem Rückfall zum Einsatz kommen. Die Möglichkeit eines solchen ist relativ groß, aber auch dann besteht eine hohe Chance auf vollständige Heilung. Aufgrund des Rückfallrisikos sind regelmäßige Nachuntersuchungen von geheilten Betroffenen sehr wichtig.

Wie kann man seine Heilungschancen steigern?
Als ausgebildete Psychoonkologin beschäftige ich mich sehr stark mit unterstützenden Maßnahmen zur Heilung von Krebserkrankungen. Wichtig ist, dass man Vertrauen in die Behandlung hat, an seine Chance glaubt und diesen Weg bewusst geht. Man sollte eine gute Aufklärung einfordern und Fragen stellen und damit eine gewisse Verantwortung für seine Zukunft übernehmen. Rauchen ist nicht ursächlich für die Entstehung eines Morbus Hodgkin, ist aber kontraproduktiv, da es den Organismus zusätzlich belastet und Infektionen enorm begünstigt, die ohnehin bei diesen Erkrankungen ein Problem darstellen. Auch gesunde Ernährung ist eine Unterstützung des Körpers in einer belasteten Situation.