Blutplasma dient als Speicher- und Transportmedium für Nährstoffe wie Glukose, Hormone oder auch Proteine, welche für die Gerinnung des Blutes zuständig sind. Der Anteil von Blutplasma am Körpergewicht beträgt ungefähr fünf Prozent, was einem Volumen von etwa 3,5 Litern bei einem 70 kg schweren Menschen bedeutet. Blutplasma kann nicht künstlich hergestellt werden ein wichtiger Bestandteil zur Entwicklung Medikamente, die besonders für Menschen mit ‚Seltenen Erkrankungen‘ die Grundlage für ein beschwerdenfreies Leben sind. Blutplasma ist der nicht-zelluläre Anteil des Blutes, der zu knapp 90 Prozent aus Wasser und zu 10 Prozent aus den darin aufgelösten Substanzen besteht. Dieser relativ kleine Prozentanteil ist ein  wertvoller Bestandteil in der Forschung und Entwicklung von Medikamenten.

Wie gewonnen, so zerronnen
„Vollblut“ wird das Blut unmittelbar nach der Entnahme bezeichnet. Außerhalb der Blutgefässe  gerinnt es in wenigen Minuten zu einer gelartigen Masse, das als „Koagulum“ bezeichnet wird. Dieses Koagulum enthält verändertes Plasma, Blutzellen und Fibrin. Blutplasma wird durch Zentrifugieren aus Vollblut gewonnen das zuvor mit einem Gerinnungshemmer vermischt wurde. Natriumcitrat hemmt die Gerinnung und wird häufig in der Gewinnung von Plasma verwendet. Beim Zentrifugieren verliert das Koagulum seine Struktur und wird in einen festen und flüssigen Teil aufgetrennt. Bei gesunden Menschen ist das so gewonnene Plasma eine gelbliche, leicht zähe und durchsichtige Flüssigkeit. Nach der Aufbereitung des Blutplasma kann es für eine Vielzahl von medizinischen Zwecken verwendet werden. Empfänger sind Patienten mit Mangel an Plasmaproteinen, Menschen mit einer Gerinnungsstörungen und einer dementsprechenden erhöhten Neigung zu Blutungen oder auch Opfern von großen Blutverlusten. Blutplasma ist auf Grund der vielfältigen Inhaltsstoffe auch als Ausgangsstoff für viele Arzneimittel ein wertvolles Gut in der Pharmaindustrie.

Frisches Blut –  Wertvolles Gut
Es kann in seiner einzigartigen Zusammensetzung nicht künstlich hergestellt werden und ist somit eine begehrte Ressource in der Forschung. Bei einer Blutplasmaspende – der sogenannten Plasmapherese – werden rund 600- 700 ml Blutplasma aus Spenderblut gewonnen. Der Spendevorgang ist aufwendiger als bei der normalen Blutspende und auch deutlich zeitintensiver, im Durschnitt dauert eine Sitzung rund 30 - 60 Minuten. Durch spezielle Verfahren, wie einer Zentrifugierung wird das Plasma von anderen Bestandteilen des Bluts getrennt, gesammelt und nach der Gewinnung zur weiteren Verwendung kühl gelagert. Die Blutzellen inklusive der roten Blutkörperchen werden mit einer Kochsalzlösung zum Flüssigkeitsausgleich dem Spender wieder zugeführt. Der Körper eines gesunden Menschen produziert das gespendete Blutplasma binnen 48 Stunden nach. Grundsätzlich kann jeder gesunde Mensch in Österreich zwischen 18 und 60 Jahren bis zu 50 Mal pro Jahr, jedoch sollte dabei die maximale Gesamtmenge von 28,5 Litern nicht überschritten werden.

Rohstoff Blutplasma
Für Menschen mit einer Störung in der Bildung von Plasmaproteinen sind Medikamente aus Plasma oft die einzige Therapie in der Behandlung und der Baustein für ein gesundes Leben. Die natürlichen Wirkstoffe des Blutplasma wie Immunglobuline oder Proteine die u.a. für die Blutgerinnung verantwortlich sind, können gezielt in der Therapie eingesetzt werden und ersetzen so die fehlenden Komponenten des körpereigenen Abwehrsystems.