Was ist eigentlich eine CIDP und wodurch wird sie ausgelöst?

CIDP steht für chronisch inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie. Sie ist eine sehr seltene chronische Erkrankung, die über eine Dysfunktion des Immunsystems vermittelt und bei der die Schutzhülle der Nerven zerstört wird. Im Gegensatz zur chronischen Form findet man bei der akuten Form, die den Eigennamen Guillain-Barré-Syndrom trägt, meistens den Auslöser. Sehr häufig stecken Durchfallerkrankungen, Viren oder andere Immunerkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis sowie Tumorerkrankungen dahinter. Wir wissen, dass ein klarer Zusammenhang zwischen Melanom und CIDP sowie Diabetes und CIDP besteht.

Wie ist eine CIDP erkennbar?

PatientInnen klagen über eine sich langsam entwickelnde Verschlechterung der Symptome. CIDP äußert sich über symmetrische Missempfindungen, wie Kribbeln, Ameisenlaufen oder Taubheit, die bei den Zehen und Fußsohlen beginnen und die Beine hinaufwandern. Später beginnt dies auch von den Fingern über die Ellenbogen hinweg.

Die CIDP geht auch mit einer Schwäche einher, die ebenfalls ganz unten an der Fuß- und Unterschenkelmuskulatur beginnt und sich bis zur Hüfte ausdehnt. Es gibt auch rein motorische Formen der CIDP oder Formen, welche die ganz dünnen Fasern betreffen. PatientInnen können dann beispielsweise kaum mehr Gewand tragen, weil jede Berührung Schmerz auslöst.

Wie wird CIDP behandelt?

Die gute Nachricht ist, dass CIDP eine wirklich gut behandelbare Krankheit ist, wenn sie erstens relativ früh erkannt wird und man zweitens die zugrunde liegende Krankheit findet und sie therapiert. Damit wird auch die Polyneuropathie behandelt, die ja eigentlich eine Zweiterkrankung darstellt. Alle Beteiligten brauchen sehr viel Geduld, da es eine langwierige Behandlung ist, die oft über Jahre dauert.

Welche Therapieoptionen gibt es?

Alle Therapien, die wir haben, laufen auf die Behandlung des Immunsystems hinaus. Zunächst ist die Behandlung der Grunderkrankung wichtig. Als zweite wichtige Säule setzen wir Immuntherapien ein, wobei der goldene Standard heutzutage Immunglobuline sind. Man beginnt mit sehr hohen Dosen und geht dann zu einer Erhaltungsdosis über. Dann gibt es noch Kortison, das früher die einzige Therapieform bei CIDP war.

Heute wird dies eher als additive Therapie eingesetzt, wenn Immunglobuline nicht den gewünschten Erfolg bringen. Die letzte Möglichkeit ist die Plasmapherese, die für den Körper sehr belastend ist und einen langen Spitalsaufenthalt nach sich zieht. In Ausnahmefällen setzen wir außerdem noch monoklonale Antikörper ein. Darüber hinaus gibt es noch Medikamente, die rein symptomatisch bei einer schmerzhaften Neuropathie helfen. Und schlussendlich ist in der Therapie von einer CIDP Physiotherapie ganz wesentlich!